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Robert Neumann-Ettenreich

Robert Neumann-Ettenreich

geb. 8. Jänner 1857, Wien, gest. 26. März 1926, Wien
Enkel Josef Ettenreichs, der 1853 ein Attentat auf Kaiser Franz Josef abgewehrt hatte; Vater des Physikers Robert Ettenreich (1890–1951).

Werdegang
Rechtsstudium an der Universität Wien; 1878 Rechtspraktikant beim Bezirksgericht Wieden, dann Straflandesgericht, 1879 Auskultant, 1880 Haber-Luisbergsches Reisestipendium mit einer Arbeit „über den Ursprung und die Erklärung positiver Rechtssätze aus den tatsächlichen Lebensverhältnissen“ – Studienreise nach Paris und schließlich nach Göttingen zu Rudolf von Jhering; 1886 Gerichtsadjunkt in Oberhollabrunn, 1888 Bezirksgericht Währing, 1891 Zivillandesgericht Wien; Leiter der neu eingeführten Auskultantenkurse bis 1901; 1894 Ratssekretär und Lehrstelle für Zivilrecht an der k.k. orientalischen Akademie; 1895 Landesgerichtsrat und Professor an der Akademie; Beteiligung an der Reform des österreichischen Zivilprozesses, über Franz Kleins Auftrag Abfassung des amtlichen „Formularienbuchs zur Zivilprozeßordnung und Exekutionsordnung“ (1897 erschienen); 1898 Leiter der ersten mündlichen Streitverhandlung in Wien nach dem Inkrafttreten der Reform; 1899 Oberlandesgerichtsrat, 1900 Mitglied der judiziellen Staatsprüfungskommission, der er als Vizepräsident bis zu seinem Tod angehörte; 1904/05 Rat des Oberlandesgerichtes, 1905 bis 1917 Rat des Verwaltungsgerichtshofes, zuletzt als Senatspräsident; 1917 Mitglied des Reichsgerichtes; 1919 bis 1926 Mitglied und ständiger Referent des Verfassungsgerichtshofes.

Werke (Auswahl)
Das gesetzliche Pfandrecht des Vermieters, Gerichtszeitung 96/97 (1884).
Civilrechtliche Fragen. Kritische Sammlung des Materials für deren Lösung, hrsg. v. Robert Ritter von Neumann-Ettenreich, 1896.
Beispiele von Schriftsätzen im Civilprocess- und Executions-Verfahren. Ein Hilfsbuch für Advokaten, Wien 1900 (gem. mit Alfred Bloch; 2. durchges. und erg. Auflage 1914, bearb. v. R. Hermann, F. Stagel, 3. Aufl. 1933).
Gebührenrecht und bürgerliches Gesetzbuch. In: Festschrift zur Jahrhundertfeier des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches: 1. Juni 1911, 557–578.
Das österreichische Eherecht. Gemeinverständlich dargestellt, 1913.

Sekundärliteratur
Gustav Ratzenhofer, Nachruf auf Robert Neumann-Ettenreich. In: Gerichtszeitung 8 (1926), 114–115.